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Wie wahrscheinlich sind Zwillinge bei normaler & künstlicher Befruchtung?

Wie wahrscheinlich sind Zwillinge bei normaler & künstlicher Befruchtung

Eine Zwillingsschwangerschaft löst bei einem Paar häufig ambivalente Gefühle aus. Für die einen geht damit ein Traum in Erfüllung, andere sind verunsichert. Wie wahrscheinlich ist es, dass eine Frau Zwillinge bekommt? Dieser Artikel verrät es und beleuchtet weitere relevante Punkte zu diesem Thema.

Mehrlingsgeburten – die Fakten

Schwangerschaften mit mehr als einem Kind werden als sogenannte Mehrlingsschwangerschaften bezeichnet – die Zwillingsschwangerschaft gehört dazu.
Zwillingsschwangerschaften entstehen entweder auf natürlichem Weg oder mithilfe der Reproduktionsmedizin.

Unabhängig vom Alter und Fitness der Frau fällt eine Schwangerschaft mit Zwillingen in die Kategorie „Risikoschwangerschaft“. Als Hauptgründe werden die Frühgeburtlichkeit, das heißt, eine Geburt, welche vor der 40. Schwangerschaftswoche stattfindet und ein schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck bei der Frau genannt.

Zwillingsschwangerschaften können spontan sein oder haben eine erbliche Komponente. So haben Frauen, in deren Familien es zu einer Häufung von Zwillingsschwangerschaften kommt, ebenfalls eine gute Chance darauf, Mütter von gleich zwei Kindern zu werden.

Zudem beeinflussen ethnische Herkunft, Alter, Körpergröße, Ernährungszustand und künstliche Befruchtungen mit hormonellen Behandlungen die Häufigkeit von Zwillingsgeburten positiv.

Zwilling ist nicht gleich Zwilling

Man unterscheidet zwischen eineiigen und zweieiigen Zwillingen.

Bei eineiigen Zwillingen teilt sich die befruchtete Eizelle in zwei Zellen, welche dieselbe DNA, beziehungsweise Erbsubstanz aufweisen. Deshalb gleichen sich die Kinder bis aufs Haar und können optisch meistens nur schwer voneinander zu unterscheiden sein. Eineiige Zwillingsschwangerschaften sind spontan und von äußeren Faktoren unbeeinflusst.

Zweieiige Zwillinge entstehen, wenn vom Eierstock gleich zwei Eizellen freigesetzt und von jeweils einem anderen Spermium befruchtet werden. Dabei besitzen die Kinder jeweils ein unterschiedliches Erbgut und sind demzufolge nicht näher miteinander verwandt, als Geschwister, welche aus unterschiedlichen Schwangerschaften hervorgegangen sind.
Zudem können zweieiige Zwillinge unterschiedliche Geschlechter aufweisen, während eineiige Zwillinge immer gleichgeschlechtlich sind.

Faktoren, die eine Zwillingsschwangerschaft begünstigen

1. Alter der Frau

Frauen entscheiden sich immer später dazu, Mütter zu werden. Genau diese Entscheidung kann im doppelten Babyglück münden, denn je älter eine Frau wird, desto wahrscheinlich ist es, dass bei ihr pro Zyklus zwei Eisprünge stattfinden. Der Grund dafür ist das sogenannte follikelstimulierendes Hormon (FSH), welches für das Wachstum von Eizellen verantwortlich ist und sich mit dem Alter der Frau nach und nach erhöht.

2. Künstliche Befruchtung

Ist für ein Paar eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg unerreichbar, kann die Reproduktionsmedizin nachhelfen. Um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu steigern, werden bei der künstlicher Befruchtung bis zu zwei, im Reagenzglas befruchtete Eizellen in die Gebärmutter transferiert. Die Wahrscheinlichkeit der Entstehung von zweieiigen Zwillingen ist deshalb erhöht.

Aktuell wird Paaren immer häufiger der Transfer eines einzelnen Embryos nahe gelegt – zur Vermeidung von Mehrlingsschwangerschaften und den damit verbundenen Risiken für Mutter und Kind.

3. ethnische Herkunft

Es gilt als erwiesen, dass afrikanische, wie afroamerikanische Frauen häufiger Zwillinge gebären. Die niedrigste Zwillings-Quote erfüllen asiatische Frauen. So wurde bei einem afrikanischen Stamm in Nigeria festgestellt, dass jede 6. Schwangerschaft eine Mehrlingsschwangerschaft darstellt, während in Japan mit einer Häufigkeit von 1:200 so gut wie keine Zwillinge zur Welt kommen.

Körpergröße und BMI

Große und schwere Frauen bekommen ebenfalls öfter Zwillinge. Durch ein spezielles Wachstumshormon, das sogenannte IGF, bildet ihr Körper mehr Proteine, welche die Eierstöcke dazu anregen mehr Eizellen freizusetzen.

Ernährung

Nicht zuletzt steigert der Konsum von Fleisch und ebenso Milchprodukten die Chance auf Zwillinge – sie liegt fünfmal höher als bei einer veganen Ernährung. Grund dafür sind in tierischer Nahrung enthaltene Wachstumshormone.

Wahrscheinlichkeit einer Zwillingsschwangerschaft

Nach der Hellin-Hypothese, einer Berechnung des natürlichen Auftretens von Mehrlingsgeburten, liegt die Häufigkeit einer Zwillingsschwangerschaft bei 1:85.
Statistisch gesehen bringt eine Frau also in 1,2 Prozent aller Fälle Zwillinge zur Welt, welche auf natürlichem Weg gezeugt wurden – dabei endet etwa lediglich ein Drittel der Schwangerschaften mit der Geburt von eineiigen Zwillingen.

Auf den ersten Blick sind Zwillinge, vor allem eineiige, deshalb eher selten. Doch in der Praxis steigt die Zahl der Mehrlingsgeburten seit Jahren kontinuierlich an – unter anderem durch künstliche Befruchtung bedingt. Hier variiert die Wahrscheinlichkeit einer Zwillingsschwangerschaft zwischen 13 und 25 Prozent.

Zusammenfassung

Unterschiedliche Faktoren begünstigen das Auftreten einer Mehrlingsschwangerschaft. Zwillingsschwangerschaften auf natürlichem Wege sind mit 1,2 Prozent relativ selten. Durch künstliche Befruchtung steigt die Wahrscheinlichkeit bei der Geburt zwei Babys im Arm zu halten deutlich an. Sie kann bis zu 25 Prozent betragen.

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